Mehr als Leuchtturmprojekte: Warum KI in der AEC/O-Branche im gesamten Portfolio ankommen muss
Die wahre Wirkung von Künstlicher Intelligenz im AEC/O-Sektor zeigt sich erst, wenn sie über Portfolios hinweg skaliert und so für durchgängige Leistungsfähigkeit sorgt, statt nur einzelne Leuchtturmprojekte zu befeuern.
Author
Julian Geiger
VP Head of AI Product and Transformation, Nemetschek Group
Dieser Artikel gehört zur Collection Künstliche Intelligenz.
Zur ThemenseiteKünstliche Intelligenz ist in der AEC/O-Branche längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Realität. Ob Planung, Konstruktion oder Betrieb: KI verändert, wie Gebäude entworfen, gebaut und genutzt werden. Was einst als einzelne, aufsehenerregende Pilotprojekte begann, ist heute dabei, sich zu einem festen Bestandteil des Alltags zu entwickeln. Jetzt beginnt die Phase, in der sich entscheiden wird, ob KI ihren Wert auch abseits der Bühne der Leuchtturmprojekte beweisen kann.
Wir bei Nemetschek sind der Ansicht: Das wahre Potenzial von KI zeigt sich nicht in einzelnen Showcases, sondern in ihrer breiten, unternehmensweiten Anwendung. Nur wenn KI fest in Prozesse und Strukturen eingebettet ist, kann sie die Branche wirklich verändern.
Vom Einzelfall zur branchenweiten Bewegung
Leuchtturmprojekte, digitale Zwillinge und generative Design-Experimente demonstrieren eindrucksvoll, was technologisch machbar ist. Doch ihr Nutzen bleibt begrenzt, wenn sie nicht in die regulären Abläufe und Prozesse überführt werden. Die Zukunft der Branche entscheidet sich nicht am perfekten Einzelprojekt, sondern daran, ob Unternehmen mithilfe von KI über gesamte Portfolios hinweg effizienter, vernetzter und lernfähiger werden können.
Denn die meisten Akteur*innen in Architektur, Ingenieurwesen, Bau und Betrieb managen längst nicht nur ein Projekt. Sie verantworten ganze Portfolios – von Büro- und Industriegebäuden über Wohnquartiere bis hin zu Infrastrukturanlagen. Erst wenn KI dieses Gesamtbild erfassen kann, entfalten sich ihre Stärken: Sie erkennt Muster über Standorte hinweg, lenkt Investitionen gezielter, verbessert Planung und Betrieb– und hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen.
Der Blick aufs große Ganze
Besonders wirksam wird KI, wenn sie nicht isoliert auf einzelne Datenpunkte schaut, sondern Zusammenhänge innerhalb eines Bestands sichtbar macht. Eine solche Portfolio-Perspektive eröffnet neue Einblicke: Welche Standorte performen besonders gut? Wo wiederholen sich Fehler? Welche Strategien lassen sich auf andere Projekte übertragen?
So wird aus reinen Daten anwendungsnahes Wissen – eine Grundlage für Entscheidungen, die über einzelne Projektehinausreichen. KI entwickelt sich damit von einem experimentellen Werkzeug zu einem strategischen Instrument für nachhaltige Leistungssteigerung und bessere Geschäftsergebnisse. Damit das gelingt, braucht es mehr als nur technische Machbarkeit: KI muss in bestehende Prozesse integriert, Algorithmen müssen nachvollziehbar und Datenflüsse über alle Phasen hinweg einheitlich gestaltet sein. Erst dann kann sie Organisationen widerstandsfähiger, effizienter und zukunftsfähiger machen.
Unternehmen, die KI über gesamte Portfolios hinweg einsetzen, profitieren gleich mehrfach: durch effizientere Abläufe an vielen Standorten, fundiertere Sanierungs entscheidungen, mehr Komfort und Sicherheit für Nutzerinnen und Nutzer – und eine robustere Basis für Investitionen sowie langfristige Planung.
Ein neuer Maßstab für die Branche
Die Herausforderungen der AEC/O-Branchesind komplex, ihre Systeme eng miteinander verwoben. Kein einzelnes Pilotprojekt und keine Softwarelösung können das allein bewältigen. Gefragt sind skalierbare, interoperable Ansätze, die operative Realität und strategische Planung miteinander verbinden.
Nemetschek richtet seine KI-Entwicklung genau darauf aus – praxisorientiert, zuverlässig und im Maßstab des gesamten Portfolios. Das Ziel: nicht punktuelle Verbesserungen, sondern eine umfassende, nachhaltige Transformation der Branche.
Leuchtturmprojekte sind wichtig – sie zeigen, wohin die Reise gehen kann. Doch echte Wirkung entsteht erst, wenn KI über das einzelne Projekt hinaus aktiv wird: über jedes Gebäude, jede Anlage, jedes Asset hinweg. Genau dort wird sich entscheiden, wie die Zukunft der AEC/O-Branche aussieht.
