Die Infrastrukturlücke ist digital, nicht finanziell. Erfahren Sie, wie Open BIM und vernetzte Workflows Projekte schneller und effizienter umsetzen.
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Die weltweite Infrastruktur hat kein finanzielles Problem, sondern ein digitales.

Während historische Investitionssummen in die öffentliche Infrastruktur auf drei Kontinenten fließen, wird immer deutlicher: Die zentrale Herausforderung dieses Jahrzehnts liegt nicht in der Finanzierung, sondern in der Umsetzung. 

Author

Parth Tikiwala

Head of Public Sector Strategy, Build & Construct, Head of Global Academic Program, Nemetschek Group

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Die weltweite Infrastruktur hat kein finanzielles Problem, sondern ein digitales.
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Dieser Artikel gehört zur Collection OPEN BIM

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Regierungen mangelt es nicht an Ambition, wenn es um Infrastruktur geht. Die Vereinigten Staaten setzen derzeit Bundesmittel in Höhe von 1,2 Billionen US-Dollar im Rahmen des IIJA und des CHIPS Act um. Deutschland hat über seinen neuen Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität 500 Milliarden Euro zugesagt. Indiens National Infrastructure Pipeline zielt darauf ab, bis 2030 Investitionen in Höhe von 1,4 Billionen US-Dollar umzusetzen. Die Mittel sind vorhanden, die Programme laufen.

Was jedoch all diesen Märkten bislang fehlt, ist die digitale Durchgängigkeit, die notwendig ist, um diese Investitionen in konkreten öffentlichen Nutzen zu übersetzen.

Analysen von McKinsey zeigen, dass große Infrastrukturprojekte im Schnitt rund 80 Prozent teurer werden als geplant und sich um etwa 20 Monate verzögern. Die Weltbank führt einen Großteil dieser Ineffizienzen auf eine wiederkehrende Ursache zurück: fragmentierte Daten entlang des gesamten Projektlebenszyklus. Planung, Entwurf, Bau und Betrieb sind häufig nicht nahtlos miteinander verknüpft. Informationen gehen an Übergaben verloren – mit erheblichen Kostenfolgen, die öffentliche Auftraggeber seit Jahrzehnten tragen.

Die Finanzierung ist also nicht das Problem. Die Umsetzung schon. Jede große Infrastrukturnation sieht sich mit demselben digitalen Defizit konfrontiert: fragmentierte Systeme, unterbrochene Prozesse, vermeidbare Verluste. Genau hier setzen integrierte Softwarelösungen wie aus dem Nemetschek Portfolio an.

Drei Märkte als Taktgeber

Die USA, Deutschland und Indien gehören nicht nur zu den größten Infrastrukturinvestoren dieses Zyklus – sie prägen auch die Standards, an denen sich andere Märkte orientieren werden.

In den USA erfordert die Umsetzung der Programme über 50 Bundesstaaten und tausende Auftragnehmer hinweg ein bislang unerreichtes Maß an Koordination und Transparenz. In Deutschland werden digitale Standards wie DIN, VDI und ISO 19650 zunehmend verbindlicher Bestandteil öffentlicher Vergaben.

In Indien koordiniert die National Infrastructure Pipeline die Umsetzung über mehrere Ministerien und Bundesstaaten hinweg – in einer Geschwindigkeit und Größenordnung, die offene, modulare digitale Systeme ohne Marktpräzedenz erfordert.

Die Beschaffungs- und Umsetzungsmodelle, die 2026 in diesen Märkten entstehen, werden voraussichtlich die globale Infrastrukturpraxis der kommenden Jahre prägen. Laut OECD zählt die digitale Steuerung von Infrastrukturprojekten zu den zentralen Prioritäten bis 2030.

Was die Daten zeigen

Die Evidenz für integrierte digitale Projektabwicklung ist eindeutig:

  • 25–30% schnellere Projektabwicklung bei Infrastrukturprogrammen mit integrierten BIM-zu-Betrieb-Workflows gegenüber fragmentierten Ansätzen. (European BIM Task Group / EU-Kommission⁷)

  • 35–40% geringere Nacharbeitskosten bei Projekten mit automatisierter Modellprüfung und koordinierter digitaler Abstimmung. (Dodge Data & Analytics)

  • 7–10 Jahre Plattformverankerung — die bei Programmstart gesetzten digitalen Standards prägen die Umsetzung für ein Jahrzehnt. 

Entscheidend ist dabei nicht der Austausch bestehender Systeme, sondern ihre intelligente Vernetzung. Offene, interoperable Lösungen ermöglichen es, Daten über alle Projektphasen hinweg nutzbar zu machen – ohne die Wahlfreiheit der Beteiligten einzuschränken.

Der Nemetschek Ansatz: Offen statt monolithisch

Die häufigste Ursache für das Scheitern digitaler Transformation im öffentlichen Sektor ist der Versuch, ein Konnektivitätsproblem mit einer monopolartigen Lösung zu beheben. Der Ansatz von Nemetschek ist das Gegenteil.

Mit ALLPLAN Civil, NEVARIS, Bluebeam, Solibri, dTwin und SiteDocs deckt Nemetschek den gesamten AECO-Lebenszyklus ab – von parametrischem Entwurf und Kostensteuerung über Compliance-Prüfung und Baustellenkoordination bis hin zum langfristigen Betrieb von Assets. Jede Lösung ist in ihrem Bereich führend. Gemeinsam bilden sie ein offenes, vernetztes Ökosystem.

Warum gerade jetzt der Wendepunkt ist

Analysen von Gartner zur Einführung von Plattformen im öffentlichen Sektor bestätigen, was Praktiker längst wissen: Die zu Beginn eines Programms festgelegten digitalen Standards verfestigen sich für 7–10 Jahre. Die Entscheidungen, die aktuell in Behörden und Ministerien in den USA, Deutschland und Indien getroffen werden, werden somit die Digitalisierung der Infrastruktur bis weit in die 2030er Jahre bestimmen.

Die Infrastruktur, die heute entsteht, wird die Grundlage für kommende Generationen bilden. Ob sie von Ineffizienz und Kostenüberschreitungen geprägt ist – oder von Transparenz, Leistungsfähigkeit und Vertrauen –, hängt maßgeblich von den digitalen Systemen ab, die ihre Umsetzung steuern.

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