Von der Idee zur Anwendung: Wie Nemetschek und die TUM KI-Talente von morgen fördern
Brücken bauen zwischen akademischer Forschung und industrieller KI-Expertise
Author
Filippo Mazza
Group Director, AI Research Spacewell
Dieser Artikel gehört zur Collection OPEN BIM
Zur ThemenseiteKünstliche Intelligenz krempelt die gebaute Umwelt gerade grundlegend um. Aber echte, nachhaltige Innovation entsteht nicht durch Technologie allein. Es braucht starke Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft – um Ideen aus der Forschung in die Praxis zu bringen, Talente gezielt aufzubauen und Strukturen zu schaffen, in denen Innovation wachsen kann.
Genau hier setzen Nemetschek und die Technische Universität München (TUM) an. Mit Initiativen wie dem TUM Georg Nemetschek Institute (GNI), den Venture Labs Built Environment und den Engagements der Nemetschek Innovationsstiftung entsteht ein Ökosystem, das KI-Forschung, Unternehmertum und Talententwicklung miteinander verzahnt. Das Ziel: Forschung schneller in reale Anwendungen überführen, kontinuierlich Fachkräfte ausbilden und München sowie Deutschland als führenden Standort für Bau- und KI‑Innovation stärken.
Mehr als eine Kooperation
Die Zusammenarbeit zwischen Nemetschek und der TUM ist keine klassische Forschungskooperation – sie ist über Jahre hinweg zu einer echten strategischen Partnerschaft gewachsen. Hier arbeiten ein globales Softwareunternehmen aus der AEC/O‑Branche und eine der führenden technischen Universitäten Europas eng zusammen, mit einem klaren gemeinsamen Ziel: Innovation in die Praxis zu bringen.
Daraus ist ein lebendiges Netzwerk entstanden, das weit über einzelne Projekte hinausgeht. Es verbindet Forschung, Gründungsförderung, Industrieprojekte und Talententwicklung – und schafft so eine Brücke zwischen modernster KI‑Forschung und konkreten Anwendungen im Bau- und Gebäudesektor.
Im Zentrum steht die Georg Nemetschek Innovationsstiftung, gegründet aus der Vision von Professor Georg Nemetschek, TUM‑Alumnus und Unternehmensgründer. Ihr Fokus liegt auf Innovationen rund um digitales Planen, Bauen und Betreiben – und darauf, Deutschland in diesem Zukunftsfeld weiter nach vorne zu bringen.
Zwei starke Bausteine im Ökosystem
Besonders prägend für diese Zusammenarbeit sind zwei Initiativen: das TUM Georg Nemetschek Institute of Artificial Intelligence for the Built World (GNI) und das TUM Venture Lab Built Environment.
Das GNI wurde 2020 ins Leben gerufen und widmet sich gezielt der KI‑Forschung für die gebaute Umwelt. Themen sind unter anderem automatisierte Planungsprüfung, digitale Zwillinge, intelligente Planungssysteme und KI‑gestützter Gebäudebetrieb. Entscheidend dabei: Die Forschung orientiert sich stark an realen Herausforderungen der Branche.
Das Venture Lab ergänzt diese Arbeit perfekt. Hier geht es darum, aus Ideen konkrete Geschäftsmodelle zu entwickeln. Studierende, Forschende und Start-ups bekommen Zugang zu Know-how, Technologien und echten Praxisproblemen – und können ihre Ansätze direkt weiterentwickeln.
Zusammen entsteht so ein durchgängiger Weg: von der Forschung über Prototypen bis hin zu marktfähigen Lösungen. Gleichzeitig bewegen sich Talente flexibel zwischen Uni, Start-up-Welt und Industrie.
Warum solche Partnerschaften so wichtig sind
Die Zusammenarbeit zeigt sehr deutlich, warum enge Verbindungen zwischen Hochschulen und Unternehmen heute so entscheidend sind. Wenn Forschung gemeinsam mit der Industrie gedacht wird, rücken automatisch die großen, realen Herausforderungen in den Fokus – etwa klimafreundliches Bauen, CO₂‑Reduktion über den gesamten Lebenszyklus oder der sichere Einsatz von KI in kritischen Prozessen.
Unternehmen profitieren davon, weil sie schneller Zugang zu neuen Methoden und Technologien bekommen und Innovationen zügiger in Produkte überführen können. Universitäten wiederum gewinnen Praxisnähe, Ressourcen und wertvolles Feedback aus der Anwendung.
Nemetschek verfolgt diesen Ansatz nicht nur in München: Partnerschaften mit Institutionen wie der NTU Singapur oder der Stanford University ergänzen das Netzwerk. Die TUM spielt dabei eine zentrale Rolle als europäischer Knotenpunkt – und bietet Studierenden gleichzeitig internationale Perspektiven.
Talente von Anfang an mitdenken
Ein besonders spannender Effekt dieser Zusammenarbeit ist die Talententwicklung. Studierende und Nachwuchsforschende sammeln schon früh praktische Erfahrung mit KI, digitalem Planen und modernen Bauprozessen – lange bevor sie in den Job starten.
Daraus ergeben sich natürliche Einstiegsmöglichkeiten:
- Praktika und Werkstudierendenstellen in gemeinsamen Projekten- Abschlussarbeiten und Promotionen in enger Zusammenarbeit mit Industriepartnern
- Gründungen aus dem Umfeld von GNI und Venture Lab
So entsteht eine kontinuierliche Talentpipeline. Gleichzeitig wird „KI für die gebaute Umwelt“ als attraktives Karrierefeld sichtbar und greifbar.
Für Nemetschek ist das ein klarer strategischer Vorteil: Kompetenzen in Bereichen wie generatives Design, physikbasierte KI oder sichere KI‑Anwendungen lassen sich so langfristig aufbauen – statt mühsam am Markt einzukaufen.
Ein Blick nach vorn
Während KI die Art und Weise verändert, wie wir planen, bauen und betreiben, zeigen Partnerschaften wie die zwischen Nemetschek und der TUM, wie Zukunft konkret gestaltet werden kann.
Durch die enge Verzahnung von Forschung, Unternehmertum und Industrie entstehen nicht nur neue Technologien – sondern auch die Fachkräfte, die sie voranbringen.
Für Städte und Regionen, die im Bereich Bau und Infrastruktur innovativ bleiben wollen, ist das eine klare Botschaft: Langfristige Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen sind kein Zusatz mehr, sondern die Grundlage für echte Innovationskraft.