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Vorfertigung: Der neue, alte Trend in der Baubranche

Die Vorfertigung ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente in der AEC/O-Industrie. Expert*innen sagen dem modularen Bauen auch für die kommenden Jahre eine glänzende Zukunft voraus. Aber die Vorfertigung ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts.

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Christiane Ganster-Rathgeb

Marketing Manager in the Allplan Precast Competence Center for more than seven years.

Lesezeit: Minuten
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Vorfertigung: Der neue, alte Trend in der Baubranche

Dieser Artikel gehört zur Collection Qualität & Effizienz

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Die Vorfertigung ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts: Gustave Eiffel setzte bereits im Jahr 1887 auf das industrielle Bauen und ließ für die Errichtung des Eiffelturms 18.038 vorgefertigte Einzelteile produzieren. Damit ging der Eiffelturm als bahnbrechendes Jahrhundertprojekt in die Geschichte ein und revolutionierte das Bauwesen nachhaltig.

Die Vorfertigung ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente innerhalb der AEC/O-Industrie. Auch für die kommenden Jahre sagen Fachleute der modularen Bauweise eine glänzende Zukunft voraus. Warum speziell industrielles Bauen doppelt so schnell wächst wie die restliche Bauindustrie, erklärt sich mit den zahlreichen Vorteilen dieser Methode.

Vorfertigung überzeugt mit Termintreue und Präzision

Bei der Vorfertigung erfolgt die Produktion der einzelnen Elemente millimetergenau in einer Fertigungshalle außerhalb der Baustelle. Danach werden die Bauteile just-in-time zum Bauprojekt geliefert und mit Hilfe von Kränen an der passenden Stelle montiert.

Dadurch ermöglicht das industrielle Bauen, die Vorzüge der Industrialisierung ins Bauwesen zu übertragen und sorgt somit für mehr Effizienz, kürzere Durchlaufzeiten und höhere Präzision. Zum Einsatz kommen dabei Materialien wie beispielsweise Holz, Beton, Stahl oder eine Mischung daraus in Form von Hybridbauteilen. Ein weiterer großer Vorteil ist die außerordentlich hohe Verlässlichkeit der Kosten- und Zeitplanung - gerade vor dem Hintergrund, dass konventionelle Bauprojekte laut McKinsey durchschnittlich 20% länger dauern und um bis zu 80% teuer werden als geplant. Bei Fertigteilbau-Projekten hingegen profitieren Bauunternehmen von Fixpreisen und verbindlichen Lieferterminen. Zusätzlich vereinfacht sich die Logistik beim Errichten der Gebäude, weil im Vergleich zu konventionellen Bauprojekten weniger Einzellieferungen koordiniert werden müssen. Außerdem wird auf der Baustelle selbst eine geringere Anzahl an Fachkräften benötigt als bei herkömmlichen Projekten.

Construction Site with prefabricated elements

Allianz Stadium in Vienna (c) SK Rapid Vienna

Ressourcenschonendes Bauen dank Fertigteilen

Auch in Bezug auf Nachhaltigkeit punkten Fertigteile: durch die idealen Produktionsbedingungen in der Fertigungshalle werden die verwendeten Rohstoffe optimal eingesetzt. Zudem wird durch die maschinelle Fertigung eine gleichmäßig hohe Qualität der Fertigteile sichergestellt. Darüber hinaus können im Vergleich zur Errichtung auf der Baustelle bis zu 90% an Abfall eingespart werden. Studien zeigen, dass bei der Produktion der Fertigteile bis zu 67% weniger Energie verbraucht wird als bei klassischer Bauweise mit z.B. Ort-Beton. Dank der kurzen Errichtungszeit profitieren zudem die Bewohner*innen von verringerter Lärm- und Staubbelastung.

Vorfertigung: Role Model für Digitalisierung

Kurz gefasst profitiert die Bauindustrie durch die industrielle Vorfertigung von Bauteilen von den Produktivitätssteigerungen, die die Automobilbranche beispielsweise schon seit Jahren massiv für sich verbucht. Kein Wunder, dass Vordenker wie Tesla schon lange beim Bau ihrer neuen Produktionshallen auf Betonfertigteile setzen.

Innovative Wege der Produktion erfordern jedoch auch ein Umdenken, was die geeigneten Planungswerkzeuge betrifft. Denn nur durch den Einsatz spezifischer Softwarelösungen gelingt es, die Effizienzsteigerungen auch wirklich gewinnbringend umzusetzen.

Als Vorreiter der Digitalisierung in der AEC/O-Industrie setzt die Nemetschek Group als einen strategisch wichtigen Pfeiler ebenfalls auf das modulare Bauen.

Fabian Scheller, Product Owner der Lösungen für Vorfertigung bei ALLPLAN

„Ich denke, dass die hochgradige Automatisierung des Bauens erst am Anfang steht und es enormes Potential gibt, besonders im Bereich der konstruktiven Fertigteilelemente wie Treppen oder Pfeiler. Spannend für die Zukunft sind sicherlich auch Themen wie Innovation, Nachhaltigkeit, Hybridbauweise, Holz-Beton-Verbundelemente oder kreatives Gestalten mit Sichtbeton.“

Größere Effizienz, mehr Nachhaltigkeit, bessere Sozialverträglichkeit von Baustellen - die effiziente Vorfertigung mithilfe digitaler Lösungen kann zahlreiche Herausforderungen der AEC/O-Branche lösen. Für Großprojekte wie den Eiffelturm oder das Einfamilienhaus in der Nachbarschaft.

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